Hohe Aufmerksamkeit bei allen Zuhörerinnen und Zuhörern, Schmunzeln und bestätigendes Nicken bei den weiblichen Gemeinderäten – so lässt sich die Reaktion auf die aktuelle Aktion der Weibs- und Mannsbilder der Region uwe zusammenfassen.

Das heurige Wahljahr zum Anlass nehmend, widmeten sich die Weibs- und Mannsbilder der Region uwe 2009 der politischen Partizipation von Frauen. Langfristiges Ziel ist die paritätische Besetzung der 9 Gemeinderäte in der Region und des Regionsvorstandes.

Um dieses Thema „direkt an der Quelle“ zu positionieren, haben die Weibs- und Mannsbilder eine besondere Aktion gestartet: Im März und April 2009 präsentierten sie Zahlen & Fakten, Interviews und Ziele in allen 9 Gemeinderäten. Die Gemeinden nahmen die Thematik ernst und räumten den Weibs- und Mannsbildern dafür einen eigenen Tagesordnungspunkt in den Gemeinderatssitzungen ein. Den Auftakt machte die Gemeinde Lichtenberg in ihrer Sitzung am 10. März 2009.

Präsentiert wurden die Rechercheergebnisse der Weibs- und Mannsbilder:

  • Seit wann besteht in Österreich für Frauen das Recht, zu wählen und gewählt zu werden? (1918)
  • Wer waren die ersten Gemeinderätinnen in der Region? (1949: Hermine Mikschl in Ottensheim und Katharina Hammerschmid in Gramastetten)
  • Wann gab es die 1. Parteiobfrau in der Region? (1997: Sieglinde Holzinger, FPÖ Walding)
  • Und wann schließlich trat die 1. Bürgermeisterin ihr Amt an? (2003: Ulrike Böker, pro O., Ottensheim)

In der Gemeinderatsperiode 2003 bis 2009 bewegte sich der Frauenanteil in den Gemeinderäten der Region zwischen 8% (Goldwörth) und 28% (Ottensheim), durchschnittlich waren 20% Frauen in den Gemeinderäten vertreten. Im Vergleich dazu sind im Vorstand der Region uwe derzeit 39% Frauen vertreten.

Interessiert waren die Weibs- und Mannsbilder aber auch an einem Stimmungsbild aktiver Politikerinnen der Region. Dazu wurden Politikerinnen aller politischen Fraktionen und Bürgerlisten über ihre Motivation für politisches Engagement, über eventuelle Hindernisse und vermutete Unterschiede von Männern und Frauen in der Politik befragt. Ihre durchaus auch kontroversen Ansichten wurden in den Gemeinderäten ebenfalls präsentiert.

Zu guter Letzt wurden den Gemeinderäten 3 Fragen mit auf den Weg gegeben:

  • Welchen Nutzen haben Sie, wenn sich mehr Frauen in der Gemeindepolitik engagieren?
  • Wie kann der Frauenanteil in den Gemeinderäten in den nächsten 6 Jahren erhöht werden?
  • Was muss sich ändern, um mehr Männer und Frauen für politisches Engagement zu gewinnen?

Die Weibs- und Mannsbilder können und wollen keine Patentlösungen anbieten. Vielmehr wollen sie mit dieser Aktion das Bewusstsein und die Wahrnehmung bei jenen schärfen, die unmittelbar betroffen sind. Schließlich liegt es an den politischen Parteien, neue Mitglieder zu rekrutieren und Wahllisten zu erstellen. So wollen die Weibs- und Mannsbilder ihren Beitrag dazu leisten, dass ein 50%iger Anteil von Frauen in politischen Entscheidungsgremien eines Tages zur Selbstverständlichkeit wird.

Frauenanteil nach der Gemeinderatswahl 2009

Mittlerweile sind die die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen geschlagen. Wie hat sich der Frauenanteil in den Gemeinderäten verändert? Das Ergebnis ist sehr erfreulich: Es sind jetzt deutlich mehr Frauen in den Gemeinderäten vertreten (2003: insgesamt 44; 2009: insgesamt 58). Im Durchschnitt beträgt der Frauenanteil in den Gemeinderäten 26% (2003: 20%). Mit Bgmin. Ulrike Böker (Ottensheim) und Bgmin. Daniela Durstberger (Lichtenberg) sind auch weiterhin 2 Frauen als Bürgermeisterin tätig.

„Falls die Weibs- und Mannsbilder dazu einen kleinen Beitrag leisten konnten, hat sich das Engagement auf jeden Fall gelohnt,“ meint „Weibsbild“ Magdalena Wieser aus St. Gotthard. Nun bleibt noch zu hoffen, dass dies der Beginn einer kontinuierlichen Entwicklung ist.

 

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