Warum ändert sich das Klima? Ist das noch Wetter oder schon Klima? Woher wissen wir, was wir wissen? Wie verlässlich ist der Blick in die Zukunft? Der Klima- und Energiefonds hat einen Faktencheck veröffentlicht.
Änderungen des Klimas hat es schon immer gegeben. Aber: Derzeit ändert sich das Klima in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit. Mit dem Ende der letzten Eiszeit kam es innerhalb von 10 000 Jahren zu einem weltweiten Anstieg der Temperatur von etwa 6°C. Die Menschheit könnte nun durch ungebremste Förderung und Verbrennung fossiler Energieträger einen globalen Temperaturanstieg von 4°C innerhalb von nur 300 Jahren bewirken.
Das Klima der Erde ändert sich seit ihrer Entstehung. Dafür verantwortlich sind natürliche Vorgänge und seit Mitte des 18. Jahrhunderts der Einfluss des Menschen.
☀️🌋 Natürliche Antriebe:
🧑🏼🤝👩🏼 Menschliche Aktivitäten:
Klimaerwärmung und eine Tag mit Frost und Schnee - passt das zusammen? Ja. Denn auch in einem immer wärmeren Klima wird es in Österreich weiterhin Tage mit strengem Frost und auch Phasen mit viel Schnee geben, sie werden aber seltener. Heiße Tage zum Beispiel werden hingegen häufiger.
Wetter und Klima in einer Region hängen natürlich eng zusammen. Aber während das Wetter von Tag zu Tag und von Woche zu Woche stark schwanken kann, ist das Klima die Statistik aus vielen Jahren Wetter an einem Ort. Dabei geht es nicht nur um die mittleren Jahreswerte der Temperatur oder des Niederschlags sondern auch besonders um die Entwicklung der Extremwerte, als wie sich zum Beispiel heiße Tage (mindestens 30°C) oder die stärksten Regenfälle innerhalb einer Stunde oder eines Tages verändern. Typischerweise werden für die Berechnungen des Klimas Perioden von zumindest 30 Jahren verwendet.
🧣👙 Ein Vergleich: Das Klima entspricht dem Inhalt meines Kleiderschranks. Hier finde ich im gesamten Jahr die passende Kleidung. Was davon ich aber an einem bestimmten Tag anziehe, kann sehr unterschiedlich sein, je nach dem aktuellen Wetter. Der Inhalt des Kleiderschranks wird bei einer Person in Ägypten deutlich anders aussehen als bei einer Person in Island. Und wenn sich das Klima ändert, trägt man einige Kleidungsstücke immer öfter und einige immer seltener. Irgendwann verändert sich somit auch der Inhalt des Schrankes.
Die Klimaerwärmung in Österreich und weltweit zeigt sich ganz deutlich in vielen unterschiedlichen Messungen, egal ob in der Stadt, auf dem Land oder auf den höchsten Gipfeln. Sehr drastisch zeigen sich Klimaänderungen auch bei vielen Pflanzen, die immer früher blühen und immer später ihr Laub verlieren. Auch die Zeit vor der Erfindung von Messgeräten ist mittlerweile sehr gute erforscht. Informationen über das Klima von vor tausenden bis zu mehreren Millionen Jahren können zum Beispiel aus Bohrkernen der Tiefsee und dem Eis der Antarktis sowie aus dem Sediment von Seen, anhand von Tropfsteinen und Baumringen gewonnen werden.
Österreich verfügt über sehr lange Wetteraufzeichnungen – etwa in Kremsmünster seit 1767 und am Hohen Sonnblick seit 1886. Heute misst GeoSphere Austria an rund 290 Stationen kontinuierlich das Wetter. Ergänzt wird dies durch weitere Messnetze, z. B. für Hydrologie und Lawinenwarnung. Alle Daten werden standardisiert erfasst und geprüft. Die Messungen zeigen klar: Es ist in den letzten Jahrzehnten überall wärmer geworden – in Städten, auf Bergen, an Seen. Auch indirekte Daten wie Luftdruckänderungen oder Blühzeitpunkte bestätigen dies.
Um das Klima früherer Erdzeitalter zu verstehen, nutzt die Forschung indirekte Quellen wie Bohrkerne aus Eis, Sedimente oder Baumringe. Diese liefern Informationen über frühere Temperaturen, Niederschläge und CO₂-Gehalte. So entsteht ein Gesamtbild der Klimageschichte.
Zwar war es in der Erdgeschichte schon wärmer als heute (z. B. zur Zeit der Dinosaurier), doch das Problem heute ist die extreme Geschwindigkeit des menschengemachten Klimawandels – etwa 25-mal schneller als nach der letzten Eiszeit. Unsere Infrastruktur ist auf ein stabiles Klima ausgelegt und gerät dadurch zunehmend unter Druck.
Schon vor einigen Jahrzehnten haben Berechnungen mit Klimamodellen die heute gemessenen Entwicklungen im Wesentlichen richtig vorhergesagt. Mittlerweile berücksichtigen Klimamodelle noch viel mehr regionale und physikalische Details und sind unter anderem ein wichtiges Werkzeug für die langfristige Planung und für Investitionsfragen in vielen Bereichen wie zum Beispiel für Energie- und Wasserversorgung, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Bauwirtschaft, Einsatzorganisationen sowie für Gemeinden, Länder und Bund.
Computermodelle simulieren die Entwicklung von Wetter und Klima mithilfe leistungsstarker Computer. Wettermodelle liefern kurzfristige, sehr detaillierte Vorhersagen, sind aber nur für wenige Tage zuverlässig. Klimamodelle arbeiten mit gröberer Auflösung, können dafür langfristige Entwicklungen besser berechnen und berücksichtigen wichtige Prozesse wie Meeresströmungen, Eisbedeckung, Landoberfläche und Treibhausgasemissionen.
Mehrere Modelle werden oft kombiniert, um eine Bandbreite möglicher Entwicklungen und Unsicherheiten zu erkennen. Die mittlerweile bereits gemessenen und beobachteten Auswirkungen der Klimaerwärmung wurden im Wesentlichen bereits vor einigen Jahrzehnten von Klimamodellen vorhergesagt.
Klimaszenarien zeigen mögliche Entwicklungen von Temperatur, Niederschlag, Schnee usw. – je nach künftigem Treibhausgasausstoß. Sie sind heute eine wichtige Grundlage für langfristige Planungen in Bereichen wie Energie, Landwirtschaft, Bauwesen oder Katastrophenschutz. In Österreich wurden 2015 erstmals einheitliche Klimaszenarien veröffentlicht (ÖKS15) – ein zentraler Fortschritt in der Klimafolgenforschung und -anpassung.