Wer keine eigene PV-Anlage besitzt, kann von andernorts gewonnenem, regionalem Sonnenstrom profitieren. Ergänzend zum bestehenden Stromliefervertrag, hat jede/r die Möglichkeit, einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft (EEG) beizutreten.
Bereits über 3 000 Erneuerbare Energiegemeinschaften wurden in Österreich bereits gegründet. Auch in der Region Urfahr West steigt die Anzahl stetig – es bestehen bereits rund 20 EEG, etwa in Feldkirchen, Eidenberg, Gramastetten, Lichtenberg, Puchenau, St. Gotthard und Puchenau. Das Versorgungsgebiet der EEG hängt vom Umspannwerk ab, geht also über die Gemeindegrenzen hinaus.
„Eine gewisse Preisstabilität ist für die Bürgerinnen und Bürger gerade in Zeiten internationaler Krisen sehr wertvoll. Erneuerbare, saubere Energie in der Region zu teilen, macht wirtschaftlich und ökologisch Sinn.“, freut sich Felicitas Rubasch, KEM Managerin der Region Urfahr West über die regionale EEG.
Würden Sie gerne einer EEG beitreten? Unter stromverbindet.energiegemeinschaften.gv.at erfahren Sie, welche für Sie in Frage kommt. Dazu müssen Sie nur Ihre Postleitzahl und Ihr Umspannwerk, das Sie bei Ihrem Netzbetreiber erfragen können, eingeben. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, gleich mit der gewünschten EEG Kontakt aufzunehmen.
Die Vorteile, Teil einer EEG zu sein, sind vielfältig: mehr Unabhängigkeit von den Preisschwankungen großer Stromanbieter, niedrigere Netzkosten, regionaler Ökostrom und eine Wertschöpfung, die in der Region bleibt. Die Netzkostenersparnis entsteht durch die eingeschränkte Nutzung des Stromnetzes. Hier unterscheidet man zwischen lokalen und regionalen EEG. Die Mitglieder einer lokalen EEG sind am selben Trafo angeschlossen – für den Strom aus der EEG bezahlen sie um 57% weniger an Netzkosten und Abgaben. Die Mitglieder einer regionalen EEG können an unterschiedlichen Trafos angeschlossen sein, teilen aber jedenfalls dasselbe Umspannwerk – die Netzkosten- und Abgabenersparnis beträgt 28%.
Zur Mittagszeit mit intensiver Sonneneinstrahlung erzeugt Regel erzeugt eine PV-Anlage in der Regel mehr Strom, als der/die Anlagenbesitzer/in verbrauchen kann. Dieser überschüssige Strom kann innerhalb einer EEG an andere Mitglieder zu einem vereinbarten Preis weitergegeben werden. Anders als große Stromlieferanten liefert eine EEG folglich nicht immer Strom, sondern nur dann, wenn ein Überschuss besteht. Besteht gerade kein Überschuss, wird automatisch und ohne dass man es merkt, wieder auf den Stromvertrag des regulären Stromanbieters zugegriffen.
Erneuerbare Energiegemeinschaften sind meist als Verein organisierte Gemeinschaften, die das Teilen von Strom unter deren Mitgliedern bei stabilen, geringen Kosten ermöglichen. EEG agieren ohne Gewinnabsicht und funktionieren durch das Engagement von ehrenamtlichen Experten. Beim Netzwerktreffen der EEG in der Klima- und Energiemodellregion Urfahr West wurden Erfahrungen ausgetauscht und gegenseitige Unterstützung vereinbart, um gemeinsam die regionale Energiewende aktiv mitzugestalten. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.
Ebenso freut sich das Netzwerk über weitere EEG-Vertreter/innen beim nächsten Treffen. Bitte hierfür die Region Urfahr West kontaktieren.
Für den Strom, der weiterhin vom gewohnten Stromlieferanten bezogen wird, sind die Netzkosten auch weiterhin zur Gänze zu bezahlen. Internationale Krisen und steigende Netzkosten erhöhen das Interesse am Beitritt zu Erneuerbaren Energiegemeinschaften enorm.